Angy, die Anführerin
Lange ist es her, als eine Affenschar einen neuen Anführer wollte,
denn Angy war eine Äffin und das passte den Affen nicht.
Ist es doch bekannt, dass überall auf der Welt der Mann regiert.
Es war gerade Abend und der Mond schien hell auf dem See.
Die Affen diskutierten und schrien dabei durcheinander.
Mit Armen und Beinen versuchten sie das Gesagte zu unterstreichen.
Angy schaute sich das Spektakel an und machte dann einen Vorschlag:
„Wer es schafft, den Mond aus dem See zu holen, der wird mein Nachfolger!“
Die jungen Affen machten sich siegessicher an die Arbeit.
Sie sahen einen Baum, der in den See ragte.
Sie kletterten rauf, setzten sich auf einen langen Ast, bildeten mit ihren Armen und Schwänzen eine Kette und so gelangten sie zum Wasser. Als sie gerade den Mond einfangen wollten, kam die Frage auf, wer dann wohl der Sieger werden würde. Darüber kamen sie so ins Streiten, dass Einer wie der Andere die Hände wieder los ließ und alle fielen ins Wasser. Da sie nicht schwimmen konnten, ertranken sie.
Angy stand am Ufer und schüttelte den Kopf:
„Ein Glück, dass sie nicht Eure Anführer geworden sind, sonst wäret Ihr alle ertrunken!“, sagte sie zu den Affen, die sich nicht an dem Streit beteiligt hatten.
Und die Moral von der Geschichte? Hochmut kommt vor dem Fall!