Overblog Alle Blogs Top-Blogs Lifestyle
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Werbung

Die Zeit der Mauer in und um Berlin

1961 wurde die Mauer erbaut und wir konnten jahrelang nicht mehr zu unseren Verwandten fahren, mit denen wir bis dahin eng verbunden waren.

1964 wurde es anders.

Wir durften einen Antrag stellen (erstmalig) und über Ostern in "Ost- Berlin" unsere Verwandten treffen.

In einer kleinen Wohnung, bei irgendjemanden (ist zu lange her und unwichtig) haben wir uns alle wieder gesehen.

Ob aus Ringenwalde, Reichenow oder Alt Ranft, alle waren sie da.

Nur eine Cousine durfte keinen "West- Kontakt" haben, weil sie mit einem "Vopo" verheiratet war.

Auch die anderen Verwandten haben zu ihr damals keinen Kontakt mehr gehabt wegen uns!

Ich habe sie sehr gemocht und sehr vermisst.

Das Treffen war super, da wir Kinder alle ungefähr in einem Alter waren.

Eine Cousine von mir sah mir so ähnlich, dass wir überlegten, ob ich bis Pfingsten im Osten unter ihrem Namen bleiben sollte und Renate mit meinen Eltern als Erika geht...

Ich habe das für bare Münze gehalten!

Natürlich haben wir es nicht getan.

Die Treffen wurden dann zur Routine und jeses Mal freute ich mich auf die Lieben.

Als ich die Ausbildung als Einzelhandelskauffrau für Sportartikel machte und mein erstes Ausbildungsgehalt bekam, habe ich davon Schokolade, Strümpfe und ähnliches gekauft.

Mein erstes selbstverdientes Geld! Mein Vater hat mir dabei geholfen, alles zusammen zu stellen und das Paket zur Post zu bringen, damit Helga, meine Cousine in Reichenow, sich freuen konnte.

Was war ich enttäuscht, als ich merkte, dass dieses Paket nie angekommen ist!

Meine Eltern und später, nach dem Tod meines Vaters, meine Mutter, hatten immer Kontakt und fuhren regelmäßig rüber.

Ich war mittlerweile Krankenschwester und lebte z.T. in Süddeutschland (Baden Würtemberg).

Einmal traf ich mich mit meiner Mutter in Berlin und wir fuhren dann gemeinsam zum Grenzübergang.

Sie musste sich woanders anstellen (Westdeutsche und Berliner wurden getrennt abgefertigt) und steckte mir kurz vorher ein großes Osterei zu, damit sie nicht zu viel Sachen dabei hätte.

Bei der Kontrolle wurde entdeckt, dass das Osterei eine Delle hatte.

"Was haben sie dort versteckt?", wurde ich immer wieder gefragt.

Ich sagte wahrheitsgetreu, dass da nichts drin versteckt ist.

Meine Mutter hatte sich bereits Sorgen gemacht, weil ich nicht kam.

Hinerher schimpfte ich mit ihr, denn sie war ja schuld, dass sie mich so lange unnütz fest hielten.

Klar, später haben wir darüber immer wieder gelacht.

Einmal gab mir meine Schwester (Monika) Bilder von ihrer Katze, wie sie im Waschbecken und im Klo saß.

Die "Kontrolleure" sahen sich alle Bilder genau an.

Mutig sagte ich:

"Nett, nicht wahr, hat mir meine Schwester geschenkt".

Antwort bekam ich keine, nur eisige Blicke!

Oh, ich könnte noch viel mehr Geschichten und Erlebnisse aus dieser Zeit der Mauer erzählen, aber für heute ist es genug.

Es grüßt

Erika / Ika / Eka

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post