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Erinnerungen an den 13.08.1961, Mauerbau

 

                                                  Juli-2014-1073.jpg

Schild an meiner Wohnungstür!


Als ich heute früh auf dem Balkon sass und die Tageslosung gelesen hatte, da dachte ich bewußt an den 13.08.1961.

"Damals war ich Kind und uns entsetzte die Nachricht, dass die Mauer gebaut war.

Erschüttern tat uns die Tatsache, dass wir nicht mehr zu unseren Verwandten nach Ringenwalde und Reichenow kommen konnten und meine Tante nicht zu uns, wie für den 14.08.1961 geplant, kommen konnte. 

Was sollte das?

Ich verstand die Welt nicht mehr.

Ich hatte schon lange ein beklemmendes Gefühl, wenn wir nach Ringenwalde fuhren und war still und eingeschüchtert, weil Mutter uns vorher eingebläut hatte, wir sollten nichts sagen...

Nun sollte Tante Emma morgen nicht kommen können?"

Ja, das war der Anfang vom jahrzehntelangen "Eingesperrt" sein.

Erst am 09.11.1989 fiel die Mauer.

Ich hörte es im Radio und verstand es nicht!

Ich ging zu S. Marianne und sagte zu ihr:

"Die Mauer ist gefallen!"

Ihre Antwort:

"Spinnst du? Machst Du einen Witz? Wie soll das gehen?"

Wir gingen beide zum Fernseher und dann sahen, bzw. hörten und sahen wir es.

Wir waren fassungslos.

Das jahrelange Eingesperrt sein vorbei?

Nicht bei jeder Gelegenheit an eine Grenze stoßen und umdrehen müssen?

Nicht mehr Einreisegenehmigungen beantragen, um Verwandte zu besuchen?

Nicht mehr beklemmende Stille bei der Fahrt und bei der Kontrolle...

Das war vorbei und ich in Süddeutschland!

Das erste Silvester wurde dann am Brandenburger Tor an der Mauer gefeiert. 

Ich war in Welzheim und bedauerte mich, dass ich nicht dabei sein konnte (wäre aber sicher nicht dorthin mit den ganzen Trubel gegangen).

Dann stand ich irgendwann am Brandenburger Tor und konnte hindurch gehen, einfach so...

Ich konnte wieder nach Reichenow fahren, nach Buckow und nach Ringenwalde.

Ja, ich fuhr dort mit dem Rad hin.

Die Heimat meines Vaters konnte ich nun besuchen, sehen, wo er aufgewachsen ist, wo meine Tanten, Onkels und Cousinen und Cousens wohnten.

Mittlerweile war ich sogar in Criewen bei Schwedt an der Oder, wo meine Mutter und ihre Geschwister, sowie meine Oma her kamen.

Schade, dass meine Mutter das nicht mehr miterleben konnte, denn im April 1989 ist sie gestorben.

Am 16. und 17.08., also am kommenden Wochenende ist wieder der "Mauerwegslauf" Hier

Ich werde diese Strecke nicht mit laufen, denn das ist für mich viel zu weit, aber ich werde mit dem Fahrrad auf der Strecke sein!

Und immer wieder werde ich  mich fragen, wie solch eine Mauer nur zustande kommen konnte!

Gedanken, Emotionen und Eindrücke bewegen mich...

Ich wünsche allen, die hier lesen, ein Nachdenken über die vergangene Zeit und alles, was nun neu geworden ist.

Ich danke Gott dafür, dass ich das alles miterleben durfte.

Es grüßt

Erika / Ika / Eka



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B
Obwohl die Mauer für mich nicht so präsent war wie für dich, liebe Ika, und ich selbst auch keine Verwandten dort hatte, war es für mich auch irgendwie ergreifend, als ich das erste Mal unter dem<br /> Brandenburger Tor stand. Ist noch gar nicht so lange her. Die Geschichte, die dahintersteht und dass man nun einfach so da durchgehen kann. Die Vorstellung, dass es eine Zeit gab, in der das nicht<br /> möglich war.<br /> <br /> Wie muss es erst für dich sein.<br /> <br /> Ja, man konnte es kaum glauben, als es hieß, dass die Mauer gefallen ist. Als ich geboren wurde, gab es die Mauer ja schon, ich kannte es also gar nicht anders.<br /> <br /> Liebe Grüße,<br /> Martina
Antworten
I
Hallo Martina,<br /> vielen Dank.<br /> Ja, ich habe bewußt von dieser zeit geschrieben, weil sie bald sicher nur noch Vergangenheit sein wird.<br /> Liebe Grüße<br /> Ika<br /> PS. In meinem Urlaub werde ich auf Deinen Blog stöbern, habe Dich arg vernachlässigt, sorry.
M
Liebe Erika,<br /> der Fall der Mauer ist jetzt 25 Jahre Geschichte. Aber wenn ich die Bilder und Doku´s dazu sehe, ist das alles noch so präsent als wäre es gestern gewesen. Ich empfinde immer noch sehr emotional<br /> dabei. Das Eingesperrtsein habe ich zwar von der anderen Seite der Mauer erlebt, aber irgendwie doch ähnlich wie du. Ich glaub, ohne den Fall der Mauer wäre ich nicht mal Läufer und wir hätten uns<br /> auch nie kennengelernt!<br /> Jetzt können wir am Samstag gemeinsam den Mauerweg entlang radeln/laufen. Ich freu mich darauf.<br /> Liebe Grüße<br /> Marianne
Antworten
I
<br /> <br /> Hallo Marianne,<br /> <br /> <br /> ja, das wäre ein großer Verlust für mich, denn ich freue mich immer sehr, wenn ich Dich treffe.<br /> <br /> <br /> Kommendes Jahr wird auch wieder besser geplant, damit ich in Criewen mit Dir gemeinsam laufen kann.<br /> <br /> <br /> Das war für mich so unwahrscheinlich schön, damals.<br /> <br /> <br /> Bis Samstag, voller Vorfreude<br /> <br /> <br /> Erika<br /> <br /> <br /> <br />