Das ist kein Witz!
Im Kammermusiksaal (Philharmonie, Kleiner Saal) wurde gestern Abend (18.04.09) Wiener Klassik dargeboten.
Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart wurden vom Symphonischen Orchester Berlin vorgetragen.
Der Dirigent war Martin Braun, der schon öfters in der Philharmonie dirigierte und den ich dort auch schon erlebt habe und jedes Mal begeistert war von seinem Temperament und seiner Art.
Es begann mit der Symphonie Nr. 104 D- Dur „Dudelsack- Symphonie“ von Haydn. Sie war gut vorgetragen, alles passte.
Ich allerdings wartete auf meinen persönlichen Favoriten. Was kann das sein?
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G- Dur op 56 von Beethoven.
Dazu spielte Naoko Sonodo Klavier.
Sie hatte in der Philharmonie ihren ersten Auftritt, trug ein wunderschönes rotes Kleid.
Es war faszinierend, wie sie mit einem Klaviersolo begann und nach und nach die anderen Instrumente einsetzten. Dieses Wechselspiel gab es einige Male.
Immer wieder kamen Solostellen, die sie konzentriert und lebhaft spielte. Besonders gefiel mir, dass sie am Ende ihres Parts jedes Mal die Arme hoch riss.
Beethoven wäre glücklich, hätte er das erlebt.
Es wurde anhaltend applaudiert. Meine Platznachbarin hielt sich die Ohren zu, weil ich so laut klatschte. Allerdings störte mich das nicht, denn ich musste, genau wie alle anderen, kund tun, wie begeistert ich war.
Dann kam die Pause. Im Anschluss daran wurde Mozarts „Posthorn- Serenade“ Nr. 9 D- Dur KV 320 dargeboten. Irgendwie passte das ja nicht ganz zusammen. Trotz der Pause dazwischen hatte ich anfangs Schwierigkeiten, mich auf die leichtere Musik einzulassen.
Dann nahmen mich die Bläser mit und die Musik hielt mich gefangen.
Der Dirigent brach ab
Plötzlich war Musik zu hören. Ein Handy? Eine Tonbandaufnahme (verbotener Weise)?
Der Dirigent stand einen Moment abwartend, dann ging er einfach…
Was sollte das denn? Alles wurde unruhig, nur die leise Musik war immer noch zu hören. Dann verstummte sie. Einige Menschen aus dem Publikum fingen an zu klatschen. Nichts tat sich. Wir warteten.
Dann bemerkte ich, dass der Dirigent mit seinen Symphonikern wohl Blickkontakt hatte. Einer nickte ihm zu, als wollte er sagen, es ist nichts mehr zu hören.
Beifall brach los, der Dirigent kam wieder.
Dann begann er erneut zu dirigieren. Ob er an der gleichen Stelle weiter machte, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall kam keine Unterbrechung mehr.
Ein gelungener Philharmonie Besuch mit zusätzlichem Erleben.
Ich bereue nichts!
Es grüßt
Ika